Gesichtszüge als Untreue-Indikator: Studie und Therapeuten-Einschätzung im Check
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Welt 18.09.2026 18:47

Gesichtszüge als Untreue-Indikator: Studie und Therapeuten-Einschätzung im Check

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Thema der Originalnachricht von Berliner Morgenpost

Eine australische Studie behauptet, maskuline Gesichtszüge bei Männern korrelierten mit höherer Untreue-Neigung. Ein Paartherapeut ergänzt, dass verändertes Verhalten und emotionale Reaktionen oft deutlichere Warnsignale als das Aussehen sind.

Analyse der Originalnachricht von Berliner Morgenpost

Die These, Untreue sei am Aussehen erkennbar, stützt sich auf eine australische Studie, bei der 1516 Teilnehmern Fotos gezeigt wurden. Kritisch ist der Wahrheitsgehalt: Die Korrelation beruht auf Selbstauskünften der Männer, die ihre Unbeständigkeit angaben, während die Trefferquote bei Frauen zwischen 1 und 4 Prozent lag. Dies deutet auf eine geschlechtsspezifische Verzerrung hin, da die „Bauchgefühl“-Theorie für Frauen kaum belegt ist. Die Forscher spekulieren über evolutionäre Anpassungen, was jedoch eine schwer belegbare Hypothese bleibt.

Wer profitiert? Medien und Paartherapeuten wie der zitierte Psychologe Lombardi nutzen solche vereinfachten Modelle für Sichtbarkeit und Kundenakquise. Es wird verschwiegen, dass die Studie keine Kausalität belegt und individuelle Verantwortung sowie Kommunikation in den Hintergrund drängt. Benachteiligt werden Personen mit maskulinen Gesichtszügen, die pauschal stigmatisiert werden. Negative Folgen sind ein stigmatisierendes Denken und die Verlagerung der Beziehungsfokus von der Kommunikation auf physiognomische Merkmale. Positive Folgen sind kaum belegbar, da die Methode wissenschaftlich fragwürdig ist. Interessen hinter der Meldung sind die kommerzielle Vermarktung von Therapiedienstleistungen und die mediale Vereinfachung komplexer psychologischer Phänomene.

Kritische Fragen zur Originalquelle

  • Wie hoch war die Trefferquote bei der Einschätzung von Frauen im Vergleich zu Männern?
    Bei Frauen lag die Trefferquote zwischen etwa 1 und 4 Prozent, bei Männern zwischen 14 und 18 Prozent.
  • Auf welcher Grundlage basierte die Zuordnung der Untreue in der Studie?
    Die Zuordnung basierte auf Selbstauskünften der abgebildeten Personen, die angaben, es mit der Treue nicht so genau zu nehmen oder mehrere Sexualpartner zu haben.
  • Welche Erklärung liefern die Forscher für das Bauchgefühl der Befragten?
    Die Forscher vermuten, dass Männer mit maskulinen Gesichtern als attraktiver wahrgenommen werden und daher als untreuer eingeschätzt werden, was eine evolutionäre Anpassung zur Erkennung von Betrügern sein könnte.
  • Welche konkreten Anzeichen nennt der Psychologe Lombardi für einen untreuen Partner?
    Lombardi nennt verändertes Verhalten, empfindliche oder aggressive Reaktionen auf Nachfragen sowie übertrieben liebevolles Verhalten als mögliche Kaschierungstechniken.

Quellenangabe

https://www.morgenpost.de/ratgeber-wissen/article406711142/fremdgehen-affaere-bauchgefuehl-verhalten.html

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