Kuba streicht Zahlungsverkehr mit US-Kreditkarten wegen Sanktionen
Die kubanische Zentralbank stoppt Transaktionen von Visa und Mastercard. Der Inselstaat weicht auf Bargeld sowie Karten aus Russland und China aus, während ausländische Unternehmen den Markt verlassen.
Ab dem sechsten Juni können Verbraucher in Kuba keine Zahlungen mehr mit Kreditkarten der Anbieter Visa und Mastercard tätigen. Die kubanische Zentralbank begründet die Maßnahme mit verschärften US-Sanktionen, die den internationalen Finanzfluss auf der Karibikinsel unterbinden sollen.
Eine nicht näher benannte ausländische Bank habe ihre Zusammenarbeit mit der lokalen Finanzinstitution Fincimex eingestellt und weitere Geschäfte als rechtswidrig bezeichnet. Fincimex ist das Geldinstitut des staatlichen Konglomerats Gaesa, das bereits seit längerem auf der US-Sanktionsliste steht.
Als Alternative stehen fortan Bargeld, nationale Prepaid-Karten sowie Kreditkarten aus Russland und China zur Verfügung. Die neuen Restriktionen gehen auf eine Verschärfung der Strafmaßnahmen durch die US-Regierung im Mai zurück, die auch Partnerunternehmen von Gaesa treffen.
Die wirtschaftlichen Folgen zeigen sich bereits im Tourismussektor. Mehrere Hotelketten aus Spanien, Kanada und Indonesien haben ihren Rückzug angekündigt, da sie die Risiken einer Zusammenarbeit mit sanktionierten kubanischen Stellen scheuen. Auch Luftfahrt- und Schifffahrtsunternehmen distanzieren sich zunehmend.
Der Inselstaat befindet sich derzeit in der schwersten wirtschaftlichen Krise seit dem Ende der Sowjetunion. Die Ausweitung der US-Sanktionen erschwert den Zugang zum globalen Finanzsystem weiter und zwingt die Regierung zu alternativen Währungslösungen.
Kritisch betrachtet
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- Ausgangspunkt: Die kubanische Zentralbank stoppt Transaktionen von Visa und Mastercard. Der Inselstaat weicht auf Bargeld sowie Karten aus Russland und China aus, während ausländische Unternehmen den Markt verlassen.
- Bei wirtschaftlichen Meldungen ist entscheidend, wer am Ende zahlt und wer profitiert. Hinter Begriffen wie Entlastung, Wettbewerbsfähigkeit oder Haushaltsdisziplin können Umverteilungen zwischen Bürgern, Unternehmen und Staat versteckt werden.
- Kritisch ist, ob Kosten nach unten weitergereicht werden: an Beschäftigte, Steuerzahler, Mieter, Kunden oder kleinere Betriebe, während größere Akteure politische Sonderregeln oder Gewinne sichern.
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