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Schwere Gewitter und Pollenflug: Forscher untersuchen Zusammenhang mit Asthmaanfällen

Kurz vor oder nach einem Sommergewitter leiden vermehrt Menschen mit Heuschnupfen unter Atemnot. Wissenschaftler erforschen die Ursachen hinter diesem Phänomen.

In warmen Jahreszeiten können starke Gewitter für Personen mit Pollenallergie und Asthma zu einer gesundheitlichen Belastung werden. Fachleute beobachten, dass in solchen Situationen vermehrt akute Atembeschwerden auftreten. Ein bekanntes Beispiel ist das Jahr 2016 in Melbourne, wo nach einem Unwetter über neuntausend Menschen medizinisch versorgt wurden und neun Todesfälle zu verzeichnen waren.

Die Forschung widmet sich aktuell den Mechanismen hinter diesen Ereignissen. Eine Studie der Universität Augsburg analysierte Daten aus Bayern und bestätigte einen klaren Zusammenhang zwischen meteorologischen Bedingungen und Notarzteinsätzen bei Atemwegserkrankungen. Allerdings handelt es sich bei dem Phänomen nicht um eine eigenständige Diagnose, weshalb verschiedene asthmatische Beschwerden in die Auswertung einbezogen wurden.

Experten wie der Allergologe Karl-Christian Bergmann von der Charité Berlin berichten von Patienten, die insbesondere zu Beginn oder kurz nach einem Gewitter mit Symptomen in die Behandlung kommen. Die genauen Ursachen sind noch nicht vollständig geklärt, doch erste Modelle deuten auf eine physikalische Veränderung der Pollen hin.

Nach aktuellen Vermutungen wirbeln starke Winde große Mengen an Gräserpollen auf. Trifft diese trockene Partikelmasse auf die hohe Luftfeuchtigkeit eines Gewitters, quellen die Pollenkörner auf und zerfallen. Dabei werden feine Bestandteile freigesetzt, die tief in die Lunge gelangen und dort schwere Reaktionen auslösen können.

In Deutschland sind derartige Vorfälle bisher eher selten dokumentiert, doch internationale Fälle zeigen das Potenzial der Gefahr. Die Wissenschaftler betonen, dass eine systematische Erfassung solcher Vorkommnisse weiter verbessert werden muss, um präzisere Warnsysteme entwickeln zu können.

Kritisch betrachtet

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