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Kritik an der deutschen UN-Kandidatur: Heusgen benennt Versäumnisse

Der frühere UN-Botschafter Christoph Heusgen analysiert die Gründe für das deutsche Scheitern. Er moniert verspätete Anträge, fehlende Spitzenkampagne und eine veraltete Bewerbungsstrategie der Bundesregierung.

Christoph Heusgen bezeichnete die Wahlniederlage als deutliche Abwertung des deutschen Ansehens vor der UN-Generalversammlung. Zwar bleibe Deutschland als einer der größten Geldgeber weiterhin zentral für die Organisation, doch das politische Gewicht habe gelitten.

Als Hauptgrund für das Scheitern nannte Heusgen den zu späten Zeitpunkt der offiziellen Kandidatur. Die Bundesregierung sei noch an der alten Praxis festgehalten worden, sich nicht direkt nach dem letzten Mandat erneut aufzustellen und die Bewerbung schrittweise voranzutreiben.

Diese Strategie habe in der Vergangenheit funktioniert, erfordere jedoch heute eine Anpassung. Heusgen kritisierte zudem, dass Bundeskanzler Friedrich Merz sich nicht persönlich für das Mandat engagiert habe, obwohl dies möglich gewesen wäre.

Auch die personelle Aufstellung der Kampagne wurde von dem ehemaligen Botschafter als unzureichend bewertet. Lediglich Außenminister Johann Wadephul trat in New York auf, während andere hochrangige Vertreter wie Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier nicht eingebunden wurden.

Heusgen verwies zudem darauf, dass die aktuelle außenpolitische Ausrichtung Deutschlands im Völkerrecht zu Relativierungen geführt habe. Dies trage dazu bei, dass sich andere Staaten bei der Unterstützung zurückhalten.

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