Europäischer ARM-Prozessor Rhea1 erstmals auf der Computex präsentiert
SiPearl zeigt auf der Computex in Taipeh den Rhea1-Prozessor, der als europäisches Projekt eine Alternative zu etablierten Herstellern bieten soll.
Der Rhea1 ist ein ARM-basierter Prozessor mit 80 Neoverse V1-Kernen und stellt das Kernstück der European Processor Initiative (EPI) dar, die die Abhängigkeit von US-amerikanischen Herstellern wie AMD, Intel und Nvidia verringern will.
Die Fertigung des Chips erfolgt mangels moderner europäischer Produktionsstätten durch den taiwanischen Auftragsfertiger TSMC im 6-Nanometer-Verfahren (N6P). Erste funktionsfähige Exemplare wurden kürzlich geliefert.
Der Prozessor verfügt über vier High-Bandwidth-Memory-Stapel (HBM2e) mit insgesamt 64 GByte sowie vier DDR5-Speicherkanäle. Zwischen den HBM-Dies befinden sich unbelichtete Dummys zur Stabilisierung, eine gängige Praxis bei Serverprozessoren.
Die Entwicklung des Rhea1 verzögerte sich vor allem aufgrund von Finanzierungsproblemen, insbesondere einer verlängerten Serie-A-Finanzierungsrunde. Trotz der inzwischen etwas veralteten Technik besteht großes Interesse in der Industrie, auch wegen des anhaltenden KI-Booms.
Der Nachfolger Rhea2 befindet sich in der Designphase und soll ein High-End-ARM-Prozessor für Rechenzentren werden. RISC-V wird derzeit als zu jung eingeschätzt, ARM passt besser zum Anforderungsprofil. Die zweite Finanzierungsrunde soll 270 Millionen Euro einbringen.
Kritisch betrachtet
- Technische Abhängigkeiten entstehen oft schneller, als Nutzer und Behörden sie kontrollieren können.
- Datenzugriff, Sicherheitslücken und Plattformmacht treffen am Ende die Nutzer, nicht nur die Anbieter.
- Innovation darf nicht als Vorwand dienen, Risiken und Folgekosten erst nach Einführung zu klären.
Quellenangabe
Grundlage: heise online-Artikel aus Originalseite/Feed ausgelesen und neu zu formulieren.
- heise online
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